Vorrunde der GT-Stadtmeisterschaft: Hektik nur in einem Spiel

Von Uwe Caspar

Gütersloh (WB). Markus Cinar, einer der vier Schiedsrichter bei der Vorrunde der Gütersloher Stadtmeisterschaft im Hallenfußball, muss es geahnt haben. »Gleich geht es hier hoch her«, orakelt der zuschauende Spexarder Referee vor der Partie zwischen Assyrer und Tur Abdin Gütersloh.

Sein Kollege Leon Thumel hat dann in der Tat viel zu tun. Es kommt immer wieder zu Unterbrechungen und tumultartigen Szenen in dem hitzig geführten Duell. Mitunter müssen sogar Ordnungskräfte des Ausrichters ASC Suryoye eingreifen. »Sie feiern gemeinsam große Hochzeiten, doch auf dem Spielfeld sind sie wahrlich keine Freunde«, merkt Michael Swiers, am Samstag der zweite Schiri, schmunzelnd an.

Und es gibt sogar eine Rote Karte: Wegen Notbremse und anschließender Tätlichkeit fliegt Assyrer-Keeper Markus Aslan in den letzten Sekunden vom Parkett. Tur Abdin kann aber aus dem fälligen Freistoß kein Kapital schlagen und kassiert im Gegenzug gar das 2:3. Ein Sieg indes, der den Assyrern nichts genutzt hat: Sie verpassen die Endrunde, in die die Tur-Kicker doch noch einziehen.

Neben den Aramäern und dem enttäuschenden FC Gütersloh hat sich überraschend auch B-Ligist SC Blankenhagen für das Finale qualifiziert und mit dem 6:3 gegen den FCG für den größten Paukenschlag in der Gruppe A gesorgt. »Wir haben eben gute Hallenfußballer«, kommentiert Vannis Dal, der Trainer des SCB, den Kantersieg gelassen. Ohne Sinan Aygün blamiert sich der Oberligist: Er zieht sich zuvor gegen Tur Abdin eine schwere Bänderverletzung zu, fällt nun lange aus.

Gegen Bezirksligist SV Avenwedde handelt sich der FCG eine weitere schallende 0:4-Backpfeife ein. Levent Cayiroglu, Coach des SVA, hält es nach dem schwachen Start der Seinen nicht mehr auf der Tribüne aus: Er verlässt die Galerie, um fortan das Kommando zu übernehmen. »Wir hatten anfangs ein kleines Ego-Problem«, erklärt der Coach sein plötzliches Erscheinen. Cayiroglu kann jedoch das Ausscheiden des SVA nicht verhindern. Ein Problem haben auch die Schiedsrichter. »Statt sich mit dem Futsal light-Regelwerk intensiver zu beschäftigen, kritisierten die Spieler mit großer Klappe unsere Entscheidungen. Auch die Disziplin könnte besser sein«, meint Leon Thumel.

Weitaus ruhiger und spannender geht’s am Sonntag in der Gruppe B zu. Blau-Weiß, SV Spexard und Türkgücü – alle drei punktemäßig gleichauf – lösen das Finalticket. Ebenso der Gütersloher TV: Im letzten Spiel des Abends putzt Titelverteidiger GTV den TuS Friedrichsdorf mit 5:1 weg und stößt nur aufgrund der mehr erzielten Treffer den punkt- und torgleichen TuS von Platz vier. »Nach den zwei Startschlappen gab es von mir eine Standpauke in der Kabine – sie hat geholfen«, freut sich Jakob Bulut, der Trainer der »Turner«, über das Happy End. Wie Friedrichsdorf und GTV verbucht auch C-Ligist ASC Suryoye drei Siege: Lediglich die allerdings deutlich schlechtere Tordifferenz verhindert den Endrunden-Einzug der sich großartig schlagenden Gastgeber.

 

Quelle: www.westfalen-blatt.de