SV Spexard ist neuer Hallen-Stadtmeister 2018!

Gütersloher Hallen-Stadtmeisterschaft: FC Gütersloh fliegt in der Gruppenphase raus. Tumulte zwischen Türkgücü und Tur Abdin.

Der SV Spexard ist neuer Gütersloher Stadtmeister im Hallenfußball. Der Westfalenligist sicherte sich den Pokal bei der 31. Austragung des Turniers durch einen 2:1-Endspielsieg über den Kreisligisten Gütersloher TV zum fünften Mal und erhielt dafür aus den Händen von Kay Klingsieck ein großes, mit 1.000 Euro gefüttertes Sparschwein. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Gütersloh-Rietberg sagte zu, die Veranstaltung auch 2019 – dann zum 14. Mal – als Titelsponsor zu unterstützen.Nachdem diesmal der ASC Suryoye ein hervorragender Ausrichter war, sind dann die Assyrer Gütersloh an der Reihe.

Mehr noch als der Spexarder Triumph war das Scheitern des FC Gütersloh Thema auf den prall gefüllten Zuschauerrängen in der Innenstadtsporthalle. Der Oberligist startete im ersten Gruppenspiel gegen die „Spechte“ mit einer guten Leistung, kassierte allerdings Sekunden vor Schluss durch Steffen Brück den 1:1-Ausgleich und stand im zweiten Spiel gegen die Aramäer bereits unter Druck. Den Turbo zündete dann aber nicht das von Marc Hunt gecoachte Team, sondern der Bezirksligist.

Die von starken Individualisten wie Futsal-Experte Gabriel Francisco De Oliveira angeführten Aramäer führten den FCG geradezu vor und gewannen mit 6:0. Mit einem 10:2-Erfolg über den B-Ligisten SC Blankenhagen wahrte der Oberligist zwar die theoretische Chance auf das Erreichen des Halbfinales, doch dafür hätten die Spexarder ihr letztes Gruppenspiel gegen die Aramäer verlieren müssen. Tatsächlich gewannen sie aber mit 6:4, und der FCG war raus.

Allzu tragisch nahm Hunt das aber nicht: „Wir gehen heute nach Hause und haben keinen Verletzten“, stellte er einen Aspekt heraus, der nach dem Mittelfußbruch von Sinan Aygün im Vorrundenturnier erste Priorität genoss. „Für uns zählt nur die Zeit vom 18. Februar bis zum 27. Mai, da müssen wir Punkte holen“, steht für Hunt ausschließlich der weitere Kampf um den Klassenerhalt in der Oberliga im Fokus.

Der SV Spexard kam zu einem verdienten Erfolg. „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert“, kommentierte Co-Trainer Charbel Abdullahat den Erfolg im Finale, sprach dem unterlegenen GTV aber ein großes Kompliment aus: „Die haben ein wirklich gutes Hallenteam.“ Sein Kollege Jakob Bulut („Wir sind für unsere kleinen Fehler bestraft worden, aber das ist Meckern auf hohem Niveau“) war insgesamt „glücklich und zufrieden“ und hofft, dass sich die Knieverletzung von Eric Haselier aus dem Spiel gegen Tur Abdin als nicht so schwer wievon manchem befürchtet erweist.

Richtig hitzig ging es auf dem Platz im Derby zwischen Tur Abdin und Türkgücü zu. Nach Zeitstrafen und rüden Fouls gab es eine tumultartige Rudelbildung auf dem Platz, die in Roten Karten für Ekin Shekri (Türkgücü) und Patrick Benjamin (Tur Abdin) mündete. Es dauerte bis lange nach Spielschluss, bis sich die Gemüter wieder beruhigten. „Wir haben uns die Hand gegeben, und die Sache ist gegessen“, vermeldete Türkgücü-Coach Tayfun Tayanc den Friedensschluss.

Stimmen und Stimmungen der Trainer

Görgis Keles (Aramäer Gütersloh): „Wir haben insgesamt ein gutes Turnier gespielt, aber die Krönung, der Einzug ins Finale, hat gefehlt. Daran waren wir selber schuld, denn im Halbfinale gegen den GTV sind wir nicht richtig im Spiel gewesen. Wir hatten trotzdem unsere Chancen, haben sie aber leichtfertig vergeben.“

Tayfun Tayanc (Türkgücü Gütersloh): „Wir wollten unbedingt ins Finale, aber in der letzten Minute des Halbfinales hat uns etwas die Konzentration gefehlt. Das ist schade für die Jungs, weil sie eine gute Leistung gebracht und hart gearbeitet haben. Am Ende des Tages sind wir aber stolz auf uns.“

Adibo Faal (Tur Abdin): „Wir hatten uns ein bisschen mehr vorgenommen und sind jetzt etwas enttäuscht. Im ersten Spiel lief es noch ganz gut, aber dann hat die Leistung nicht mehr gepasst.“

Marc Hunt (FC Gütersloh): „Die schwere Verletzung von Sinan Aygün in der Vorrunde hat alles bei uns getrübt – außer Kevin Böhler wollte niemand mehr freiwillig spielen. Natürlich haben wir uns im zweiten Spiel nicht gut verkauft, das haben uns die Aramäer gezeigt, wie man Hallenfußball spielt. Aber mit dem 10:2 gegen Blankenhagen haben wir etwas die Ehre gerettet.“

Vanes Dal (SC Blankenhagen): „Wir sind ein B-Ligist, da muss man die Kirche im Dorf lassen. Wir haben für unsere Verhältnisse insgesamt eine Top-Leistung gebracht, die Endrunde erreicht und sind sehr zufrieden.“

Andreas Dobrzanski (BW Gütersloh): „Wir hatten uns nach der guten Vorrunde mehr vorgestellt und sind nicht zufrieden. Die Niederlage im ersten Spiel, in dem sich mit Sergej Klaassen und Mergim Memaj zwei Spieler verletzt haben, hat uns aus dem Takt gebracht.“

Quelle: www.fupa.net